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Primarschule Flurlingen
Gründenstr. 26
CH-8247 Flurlingen
Tel. 052 - 659 18 75

Sonderpädagogik

Ausgangslage

Die Primarschulgemeinde Flurlingen setzt seit dem Schuljahr 2010/11 die Verordnung über die sonderpädagogischen Massnahmen vom 11. Juli 2007 um. Mit der Neuorganisation des sonderpädagogischen Angebots werden folgende Massnahmen geregelt:

  • Integrative und individualisierende Förderung  (IF)
  • Schulische Standortgespräche nach ICF
  • Therapien:
    • Psychomotorik
    •  Logopädie
    •  Psychotherapie
  •  Begabungs- und Begabtenförderung
  • Deutsch als Zweitsprache (DaZ)
  • Audiopädagogische Angebote
  • Zudem besteht ein Zusammenarbeitsvertrag mit dem Opens external link in new windowZweckverband der Schulgemeinden im Bezirk Andelfingen, in dem die Heilpädagogische Schule für geistig und körperlich behinderte Kinder in Humlikon integriert ist.

Integrative Förderung - IF

Ziele der Integrativen Förderung

Das Hauptziel jeglicher pädagogischer und damit auch sonderpädagogischer Arbeit ist die bestmögli-che Förderung von Kindern innerhalb des Regelklassenunterrichts.
Schwierigkeiten oder besondere Stärken bei Kindern werden so früh wie möglich erfasst und aufge-fangen bzw. gefördert.

Lernziel

Die Lektionentafel ist verbindlich. Dies bedeutet, dass in der Regel keine völlige Befreiung von ein-zelnen Unterrichtsgegenständen möglich ist. Wenn nötig können für ein Kind individuelle Lernziele formuliert werden. Das Abweichen von der Lernzielverpflichtung soll nur mit grösster Zurückhaltung und unter Einbezug des schulpsychologischen Dienstes vereinbart werden. Die Beurteilung dieser Fächer erfolgt mit einem Lernbericht der SHP. Dieser ist integraler Bestandteil des Zeugnisses.
Auf der Kindergartenstufe wirkt die IF präventiv und zielt auf die Förderung grundlegender Kompe-tenzen in allen Lern- und Entwicklungsbereichen.
Mit Kindern, die zum Zeitpunkt des regulären Übertritts in die Primarschule den Lernanforderungen in der ersten Klasse noch nicht gewachsen sind und für die der Verbleib im Kindergarten nicht angebracht ist, wird im Rahmen der IF in der ersten Klasse aufgrund einer individuellen Förderplanung an der Förderung Ihrer

  • körperlichen und motorischen
  • sprachlichen
  • kombinatorischen und mathematischen
  • sozialen und emotionalen


Lernvoraussetzungen gearbeitet.

Formen

Allgemein können drei Hauptformen der Unterstützung unterschieden werden:

a)    Förderung von Kindern in Fördergruppen oder einzeln
b)    Teamteaching
c)    Beratung und Unterstützung der Lehrperson

Verfahren und Überprüfung

Für die Zuweisung zur IF ist das Verfahren „Schulische Standortgespräche“ massgebend.
Mit der Zustimmung der Schulleitung wird der Vorschlag des „Schulischen Standortgespräches“ zur Entscheidung. Die Lern- und Förderziele sowie die Verantwortlichkeiten der Beteiligten (Eltern, Lehrpersonen, Schulische Heilpädagogin SHP, gegebenenfalls weitere Fachpersonen) werden im Protokoll des schulischen Standortgespräches festgelegt. Die SHP erarbeitet in Zusammenarbeit mit der Lehrperson die individuelle Förderplanung.
Die IF bzw. die vereinbarten Förderziele werden jährlich im Rahmen des schulischen Standortgesprächs überprüft.
Halbjährlich werden die IF-Lektionen zusammen mit der Schulleitung evtl. auch dem schulpsychologischen Dienst koordiniert.

Begabtenförderung - BF

Die Klassenlehrpersonen der Primarschule Flurlingen schöpfen alle Möglichkeiten einer individuellen Förderung bestmöglich innerhalb des Klassenunterrichts aus.

Da momentan zu wenig Kinder für einen separaten BF-Unterricht in Frage kommen, werden die Kinder vorläufig in den Klassen individuell gefördert.

 

Deutsch als Zweitsprache - DaZ (Aufnahmeunterricht)

Der DaZ-Unterricht richtet sich an Kinder auf der Kindergarten- und Primarschulstufe, die eine nicht deutsche Erstsprache haben. In Ausnahmefällen können auch Kinder mit deutscher Muttersprache davon profitieren.

Formen
Es werden folgende Formen unterschieden:

  • Integrativer DaZ-Unterricht auf der Kindergartenstufe
  • Intensiver DaZ-Anfangsunterricht auf der Primarstufe
  • DaZ-Aufbauunterricht auf der Primarstufe


Integrativer DaZ-Unterricht auf der Kindergartenstufe
Der DaZ-Unterricht (mind. 2 Wochenlektionen à 45min.) findet integriert in die Unterrichtszeit und in der Standardsprache statt. In Absprache mit der Lehrperson der Kindergartenstufe arbeitet die DaZ-Lehrperson mit einzelnen Kindern, mit Gruppen, Halbklassen oder mit verschiedenen Formen im Teamteaching.

Intensiver DaZ-Anfangsunterricht auf der Primarstufe
Dieser Unterricht wird während einem Jahr als intensiver, täglich stattfindender Anfangsunterricht   (5 Wochenlektionen) angeboten.

DaZ-Aufbauunterricht auf der Primarstufe

In der Regel werden wöchentlich mindestens 2 Lektionen DaZ-Aufbauunterricht erteilt. Die Sprach-standserhebung bildet die Entscheidungsgrundlage, ob und wie viel DaZ-Aufbauunterricht ein Kind erhält.
Der Unterricht kann auch in verschiedenen Formen des Teamteaching innerhalb des Regelunterrichts stattfinden.

Verfahren und Überprüfung
Für die Zuweisung zum DaZ ist das Verfahren „Schulische Standortgespräche“ massgebend.
Am jährlichen schulischen Standortgespräch vor Ende Januar wird die sonderpädagogische Massnahme überprüft. Auf eine Deutschnote im Zeugnis kann in den ersten zwei Jahren des DaZ-Lernens mit dem Hinweis „lernt Deutsch als Zweitsprache“ verzichtet werden. Dem Zeugnis wird ein Lernbericht beigelegt.

Logopädie

Der Begriff „Logopädie“ beinhaltet die „Lehre der Sprachheilkunde“. Logopädinnen und Logopäden behandeln Kinder und Erwachsene mit Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen. In der Schule werden dabei auch Kinder mit Problemen im Schriftspracherwerb (Lesen und Schreiben) therapiert.

Logopäden und Logopädinnen arbeiten an Schulen (öffentliche Schulen, Sonderschulen, Sprachheilschulen) oder Spitälern (Akutspitäler, Rehabilitationskliniken).

Im Schulbereich werden vor allem Kindergartenkinder und Primarschüler betreut. Kleinkinder werden oft durch den Kinderarzt einer logopädischen Frühberatungsstelle zugewiesen (Kosten übernimmt im Kanton Zürich die Krankenkasse oder das Amt für Jugend- und Berufsberatung).

Ab Kindergartenalter übernimmt die Schule die Behandlungskosten. Für die Schulgemeinde Flurlingen ist Vanessa Braun als Logopädin zuständig. Im zweiten Kindergartenjahr (immer nach den Herbstferien) erfolgt eine Sprachstandserfassung aller Kinder. Darüber werden die Eltern der betreffenden Kinder vorgängig mit einem Elternbrief informiert.

Häufige Sprech- und Sprachstörungen bei Kindern sind:

  • Dyslalien (Lautbildungsstörungen),
  • offenes oder geschlossenes Näseln,
  • Wortfindungsstörungen,
  • Grammatikerwerbsstörungen wie Satzbaustörungen oder Flexionsstörungen (z.B. Das Angleichen der Verbform an die Person),
  • Sprachverständnisstörungen / Lesesinnverständnisstörungen,
  • Redeflussstörungen wie Stottern oder Poltern,
  • Schwierigkeiten in der auditiven, visuellen und taktilen Wahrnehmung mit Auswirkungen auf den Schriftspracherwerb (Lesen und Schreiben).


Weitere Infos erhalten Sie auf der Homepage des Opens external link in new windowLogopädischen Dienstes des Zweckverbandes,
oder kontaktieren Sie Frau Vanessa Braun per Opens window for sending emailMail

Vanessa Braun

Psychomotorik

Das Wort Psyche stammt aus dem Griechischen und wird als „Seelenleben“ umschrieben, auch als innere Gefühlswelt oder Lebendigkeit. Motorik ist Bewegung. Die Psychomotorik geht davon aus, dass sich beides gegenseitig beeinflusst. Wie ein Kind sich in seinem Körper mit seinen
Bewegungsmöglichkeiten fühlt, wirkt sich darauf aus, wie es ins Leben geht: im Kontakt mit anderen und zu sich selbst.

Die Bewegungsentwicklung eines Kindes erfolgt immer in Verbindung mit den verschiedenen Wahrnehmungskanälen: Sehen, Hören, Fühlen, Schmecken, Riechen, Körpersinn (Lage des Körpers im Raum) und Gleichgewichtssinn. Man spricht auch von Sensomotorik.

Lebensräume und Lebensgewohnheiten haben sich stark verändert und die Entwicklungsunterschiede von Kindern werden immer grösser. Man geht heute davon aus, dass 5-10% aller Schulkinder psychomotorische Schwierigkeiten haben. 

Die Psychomotorik fördert Kinder in ihrer motorischen, kognitiven und emotionalen Entwicklung. Durch eine bewusste Hinwendung zum Kind wird das Selbstkonzept positiv verstärkt.

Die Bereiche Prävention und Therapie werden kurz vorgestellt:

 

Prävention findet in Projekten mit Schulklassen oder Teilklassen statt. Einige Beispiele:

  • Schulung einer bewussteren Körperwahrnehmung, um z.B. mehr Bewegungssicherheit zu ermöglichen.
  • Das Erforschen von Spannung und Entspannung im Körper, um z.B. Spannungszustände selbstständig verändern zu können.
  • Unterstützung im Sportunterricht mit psychomotorischen Inhalten.
  • Förderung der Grafomotorik (Schreibmotorik) zur Verbesserung von Schreibabläufen.

 

Psychomotorik als Therapie kann angezeigt sein, wenn ein Kind aufgrund von psychomotorischen Schwierigkeiten leidet oder im sozialen Umgang mit anderen Kindern oder Erwachsenen Mühe hat. Bei einem schulischen Standortgespräch wird eine mögliche Unterstützung besprochen, und mit dem Einverständnis der Eltern und der Schulleitung kann ein Kind angemeldet werden.

Für die Schulgemeinde Flurlingen ist Susan Gönner als Psychomotoriktherapeutin seit August 2010 zuständig. Die Psychomotorik gehört zu den sonderpädagogischen Massnahmen, die in den Schulen angeboten werden.

Weitere Informationen finden Sie unter:Opens external link in new window www.spd-andelfingen.ch.

Fragen stellen können Sie Frau Gönner auch direkt per Mail: Opens window for sending emailsusan.goenner (at) spd-andelfingen.ch

Ab dem Schuljahr 2011/12 wird der Therapieraum im Primarschulhaus Langwiesen sein.

Integrierte Sonderschulung in der Verantwortung der Sonderschule (ISS)

Die Sonderschulung von Kindern der HPS Humlikon kann auch extern, als integrierte Sonderschulung an der örtlichen Primarschule, geschehen. Die integrierte Sonderschulung findet zumindest teilweise in einer Regelklasse statt. Dafür werden von der HPS für jedes integrativ geschulte Sonderschulkind die benötigten Wochenlektionen (in der Regel 7 – 9) zur Verfügung gestellt. Diese Lektionen werden durch eine Lehrperson mit heilpädagogischer Zusatzausbildung (SHP) erteilt, welche von der zuständigen Sonderschule (und nicht von der örtlichen Primarschule) angestellt wird. Die Primarschule stellt der SHP einen geeigneten Arbeits- und Unterrichtsraum zu Verfügung.

Die SHP gilt als gleichberechtigtes Teammitglied und beteiligt sich im Rahmen der Möglichkeiten am allgemeinen Schulgeschehen (Schulkonferenz, Projektwochen, Arbeitsgruppen usw.). Ihre Kernaufgaben umfassen folgende Bereiche:

  • Betreuung und Förderung der Sonderschulkinder gemäss individueller Förderplanung.  Dabei sind diverse Unterrichtsformen möglich (Einzel-, Gruppenunterricht oder Teamteaching mit der Klassenlehrperson)
  • Enge Zusammenarbeit mit den zuständigen Klassenlehrpersonen
  • Beratung und Unterstützung für Eltern und Klassenlehrpersonen
  • Regelmässiger Austausch mit beteiligten Fachpersonen


Eine externe integrative Sonderschulung soll nur durchgeführt werden, wenn alle Beteiligten, insbesondere die Klassenlehrpersonen, dazu bereit sind und wenn die Rahmenbedingungen (Klassengrösse und -zusammensetzung) stimmen. Jede externe integrative Sonderschulung muss zudem jährlich im Rahmen des schulischen Standortgesprächs auf ihre weitere Fortsetzung überprüft werden.

Es ist von Vorteil, wenn immer möglich mehr als nur ein Sonderschulkind an der Primarschule zu integrieren. Nur so wird das Anstellungspensum der SHP gross genug, um eine möglichst tägliche Anwesenheit zu gewährleisten. Dergestalt kann die SHP auch vermehrt Gruppenunterricht durchführen, damit die betroffenen Kinder mehr als nur während der ihnen zugeteilten 7 bis 9 Lektionen von der individuellen Förderung profitieren können. Auch die Absprachen mit den Klassenlehrpersonen und die Interventionsmöglichkeiten bei unvorhersehbaren Ereignissen werden durch ein höheres Pensum einfacher oder überhaupt erst machbar.

Integrierte Sonderschulung in der Verantwortung der Regelschule (ISR)

Für Kinder mit einer geistigen Behinderung, Sinnes-, Körper- oder Mehrfachbehinderung, Lern-, Verhaltens-, Sprach- oder Autismusspektrumsstörung kann die Integrierte Sonderschulung in der Verantwortung der Regelschulung (ISR) die angemessene Form darstellen, vor allem dann, wenn eine heilpädagogische Schule oder eine Sprachheilschule (z.B. infolge eines nicht zumutbaren Schulweges) dem Kind nicht gerecht werden.

Vorgängig muss dem Kind ein entsprechender Status diagnostiziert werden, damit ihm diese Lektionen zugesprochen werden können.

Eine Abklärung kann durch den SPD oder andere Fachabklärungsstellen (KJPD, Kinderspital Winterthur oder Zürich) erfolgen. Die Schulgemeinde darf die Anzahl der Stunden (z.B. Heilpädagogin, Logopädie etc.) bestimmen und muss diese selbst organisieren und finanzieren. Das Volksschulamt genehmigt die Lektionenzahl.

Die fachliche Verantwortung sowie die Förderplanung gewährleistet die SHP. Im Rahmen des schulischen Standortgespräches wird die Zielerreichung mindestens einmal jährlich überprüft. Es werden weitere Förderziele vereinbart und Massnahmenvorschläge gemacht.

Als ISR-Lehrperson kann auch die IF-Lehrperson der Gemeinde eingesetzt werden.